Werkstatt




Arbeiten in offenen Netzwerken

von Thomas Diener

Das Wesen der Arbeit verändert sich. Diese Veränderungen greifen tief in die Alltagserfahrung hinein und beeinflussen grundlegende Bedürfnisse wie SICHERHEIT, KARRIERE, und AUSBILDUNG. In der postindustriellen Welt tauchen neue Arbeitsformen auf, zum Beispiel das selbständige Arbeiten in Netzwerken.

Immer häufiger formulieren Menschen in Laufbahnberatungen folgende berufliche Wünsche:

  • Ich will nicht einfach auf Anweisung anderer arbeiten, sondern meine eigene Kreativität einbringen können.
  • Ich möchte selber darüber bestimmen, wie ich eine Arbeit organisiere.
  • Ich brauche eine Art von Selbständigkeit und Unabhängigkeit, um mich in der Arbeit wohl zu fühlen.
  • Ich möchte nicht mein Leben lang das Gleiche tun, sondern in und mit meiner Arbeit wachsen.
  • Ich habe im Privaten eine gute Lebensqualität und möchte diese auch während der Arbeit verwirklichen.
  • Ich arbeite gerne mit anderen Menschen zusammen, möchte jedoch einen Bereich haben, in dem ich ganz alleine entscheide.

Diese Menschen machen sich oft selbständig. Sie nehmen jedoch meist kein Kapital auf, erstellen keinen Businessplan und sie engagieren keine Mitarbeiter.

Wichtige Regeln des klassischen Unternehmertums werden einfach ignoriert und trotzdem: Viele dieser Menschen sind erfolgreich.

Es scheint sich hier eine neue und attraktive Form der Arbeit herauszubilden, die ihre ganz eigenen Risiken und Chancen birgt: Das Arbeiten in Netzwerken. Damit meine ich das Arbeiten in wechselnden Projekten, in flexiblen Gruppen und mit unterschiedlichen Kunden oder AuftraggeberInnen. Das Arbeiten eingebettet in ein flexibles Beziehungsnetz, das auf Vertrauen, Freundschaft und Kooperation ausgerichtet ist.

Wem bei dieser Beschreibung der Atem stockt, ist wahrscheinlich nicht geschaffen für diese Arbeitsweise. Daher ist es wichtig, dass auch die konventionellen Formen der Arbeit erhalten bleiben. Freiheit ist eine wichtige Quelle von Motivation, und Wahlmöglichkeit ein unverzichtbarer Bestandteil von Freiheit.

Manchmal scheitern auch die, denen das Arbeiten in Netzwerken eigentlich entspricht. Oft fehlt es am Wissen um die speziellen Gesetzmässigkeiten in diesem neuen Feld und an Erfahrung. Es gibt keine Schule, in der diese neue Art des arbeitens gelernt werden kann; es gibt jedoch Faktoren die helfen, erfolgreich in diesen bewegten Gewässern zu navigieren.

Erste Anhaltspunkte erhalten wir, wenn wir anschauen, wie grundlegend sich die beiden Arbeitsformen unterscheiden. Es sind zwei total verschiedene Lebensformen in denen viele menschliche Grundbedürfnisse ganz anders befriedigt werden. Alte Begriffe bekommen dabei eine neue Bedeutung:

Die (blauen) Links in der folgenden Tabelle führen zu kurzen Beschreibungen vernetzter Begriffe. Wer lieber linear liest, kann die PDF-Version downloaden.

 Begriff: Arbeiten im Angestellten-Verhältnis: Arbeiten in Netzwerken:
Sicherheit Entsteht aus Arbeitsverträgen, Kündigungsfristen, Pensionierungs - Bestimmungen, Arbeitslosenversicherung, usw. Entsteht aus der Dichte des Netzwerkes, der Freude an der Arbeit, dem angepassten Lebensstil, dem richtigen Marketing, der Konfliktfähigkeit, dem Wissen um die eigenen Stärken, der inneren Arbeit, demVertrauen in die Welt, usw.
 Karriereplanung Heisst Machtspiele zu durchschauen und zu nutzen, Politik zu betreiben, Schritte frühzeitig zu planen, Erwartungen richtig einzuschätzen und zu erfüllen, usw. Heisst lebenslanges Lernen, dem eigenen Interesse nachgehen, eigene Schwächen kompensieren, usw.
 Arbeit Bedeutet Anwesenheit am Arbeitsplatz, abarbeiten von Vorgaben, usw. Bedeutet der Energie nachgehen, dem den richtigen Moment packen, usw.



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